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Das Schmieden einer Klinge als Bildfolge
(Fotos Sina Kühne)
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Stahl muss glühen. |
Auf
dem Abschrot wird die Klinge schräg abgeschlagen bzw. nur eingekerbt. |
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Im
Schmiedeschraubstock kann durch hin und herbewegen der Stahl
abgenommen werden (schont die Hammerbahn). |
Alles
wieder schön erhitzen. |
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Der Pfeil verdeutlicht die Richtung in der sich das
Metall durch das Schmieden bewegen muss. |
Jetzt
wird die Klinge auf dem Runddorn ausgeschmiedet indem man ausschließlich auf die eine Seite der zukünftigen Schneide hämmert.
Dadurch streckt sich das Metall an dieser Stelle und wird länger, dünner
und biegt sich langsam Richtung Klingenrücken. |
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Durch das Hochkantschmieden treibt man die Schneide
weiter in Richtung Klingenrücken |
Krümmung zu stark, muss man auf der Bahn wieder
gerade rücken. |
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Und wieder auf die Schneide hämmern bis sie die
richtige Dicke und Krümmung aufweist. |
Mit Hilfe der weiter unten beschriebenen
Hilfseinrichtung wird der Erl eingekerbt ... |
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und weiter ausgeschmiedet. |
Mit dem Schlichthammer wird die
ganze Klinge gerade gerichtet. |
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Immer noch nicht flach aufliegend.
Noch mal. |
Na also, klappt doch. |
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Das Schmieden
eines Messers wird bei BerglAnd
(2002) genau beschrieben und ist auch für den Anfänger gut
nachzuvollziehen. Wichtig ist die
Erfahrung bei welchem Temperaturbereich der Stahl verbrennt und damit
unbrauchbar wird. Dazu sollte man in einem Experiment eine Feile langsam
erhitzen, bis sie anfängt wie eine Wunderkerze Funken zu sprühen. Die
hellgelbe Farbe die der Stahl dabei erreicht hat, sollte man sich gut
einprägen. Für das Messerschmieden ist nie der obere sondern immer der
untere Temperaturbereich zu nutzen, damit das Gefüge feinkörnig bleibt.
Das Schmieden wird mit dem Einschlagen des Signums beendet. Ich habe mir
aus einem Meißel eine Fliege herausgearbeitet. Sie ist ein Symbol für
Mut und Ausdauer. Schon die „alten Ägypter“ waren von diesen
Wesensmerkmalen überzeugt und verliehen ihren tapfersten Soldaten
Fliegen-Orden.
Da die Stempel-Fliege eine Länge von 8mm hat und damit eine recht große
Grundfläche, kann man dieses Signum nur in den glühenden Klingenkörper
einschlagen. Dabei besteht die Schwierigkeit, das Signum richtig zu
plazieren, da man in der Regel noch an der Klingenform mit der Feile
arbeitet und nur einen Versuch hat.

Klinge:
Kohlenstoffstahl (Drechseleisen)
Griff:
Ebenholz, Mammut-Elfenbein, Pao-Rosa
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Hilfsmittel zum Schmieden des Messererls
Um den Erl sauber
von der Klinge abzusetzen, habe ich das abgebildete Gerät gebaut. Es wird
in das viereckige Loch in die Ambossbahn eingesetzt. Zwischen die beiden
Eisen wird die Klinge hochkant geschoben. Mit dem Hammer wird nun auf das
obere bewegliche Eisen geschlagen und so der Erl beidseitig von der Klinge
abgesetzt. Die Idee ist von Thomas Schmidt aus München (www.messerforum.net).

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Das Normalglühen
Der letzte
Arbeitsgang nach dem Schmieden der Klingenform an der Esse ist das so genannte
Normalglühen der Klinge. 2 bis 3 mal wird die Klinge in der Glut auf etwa
700°C bis 750 °C erhitzt und dann an der Luft abgekühlt (wenige
Minuten). Damit
erzielt man eine günstiges Kristallgefüge, das für die weitere
Wärmebehandlung wichtig ist.
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Das
Weichglühen
Nach dem
Schmieden ist die Klinge hart und brüchig. Für die weitere Bearbeitung
und den Klingenschliff muss der Stahl weichgeglüht werden. Es werden
mehrere Methoden des Weichglühens für Kohlenstoffstähle in der
Literatur beschrieben. Schroen
(1984) empfiehlt das 6 bis 7malige Erhitzen bis zur Rotfärbung des Stahls
und anschließende Abkühlung in heißem Sand (15 bis 20 Minuten). Ich
lasse die fertig geschmiedete Klinge in der Holzkohle langsam abkühlen. Für
Damasteel gelten spezielle Richtlinien. Der Stahl muss für fünf Stunden
bei 750 °C bis 780 °C temperiert werden.
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Das
Schleifen
Um die Schleifbänder zu schonen, muss zuerst der harte Zunder mit Hilfe
einer Säurebehandlung entfernt werden. Dazu eignet sich 20 %ige
Phosphorsäure. Nach etwa zwei Stunden hat sich der Zunder abgelöst.
Das
Nachschleifen der äußeren Form der Klinge ist mit einem Doppelschleifer
schnell getan. Das Schleifen der Klingenschneide erfolgt am Bandschleifer.
Dazu wird zuerst die Mitte der Schneide angerissen und dann von beiden
Seiten die Klinge geschliffen. Die Schneidleiste schleife ich auf eine
Dicke von etwa 0,3 - 0,4 mm. Sie muss genau in der Mitte der Klinge liegen
und das Rikasso beginnt auf beiden Seiten auf gleicher Höhe .
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Das Signieren
Den großen
Fliegen-Stempel, den man aufgrund seiner großen Grundfläche nur in den
glühenden Klingenkörper einschlagen kann, habe ich nunmehr durch einen
kleinen Schlagstempel ersetzt. Dafür habe ich eine
Powerpoint-Strichzeichnung des Fliegensymbols entworfen und der Firma
Typräma (www.typraema.de)
per Email zugesandt. Dort wurde der Stempel mit dem Motiv in 4 mm Größe
und einer Härte von 58 HRC gefertigt. Jetzt schlage ich das Zeichen in die
fertig geschliffene, ungehärtete Klinge.

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