Peru -  dreizehnte Reise 2013 mit Michael Homburg

Abd el Kerim und der peruanische Regenwald

Abd el Kerim begleitete uns (zehn Zoologen und einen Fotografen) von Mitte September bis Mitte Oktober 2013 nach Peru. Ziel der Reise war die Forschungsstation Panguana, die bereits im Jahre 1968 von Maria und Hans-Wilhelm Koepcke, in der  Amazonastiefebene, direkt an den östlichen Flanken der Anden in einem Primärwaldgebiet am Rio Yuyapichis, eines Nebenflusses des Rio Pachitea, gegründet wurde. Das Gebiet wurde nicht zufällig ausgewählt, denn es befindet sich in einer Region von höchster Biodiversität. Seit vielen Jahren zieht dieses private Schutzgebiet Berufs- und Privatforscher an und in seinen Bann, denn immer noch gibt es viel zu entdecken. Nahezu jede Reise bringt neue Erkenntnisse zur Tier- und Pflanzenwelt des tropischen Regenwaldes und deren vielfältigen und erstaunlichen Verflechtungen hervor.

Abd el Kerim half wo er nur konnte. Schon in Lima trotzte er dem eiskalten Pazifik und löste Käferschnecken von den in der Brandung liegenden Felsen (Abb. 1). Im Einsatzgebiet dann war er ständiger Begleiter beim Aufbauen und Leeren der Fallen – nicht überall möchte man mit bloßen Händen hineingreifen (Abb. 2). Das präzise Zerteilen und Untersuchen von Pflanzenteilen und anderem Material auf Insektenspuren und das Herauslösen der flüchtigen Kerbtiere und deren Entwicklungsstadien war eine Hauptaufgabe. Auch als Buschmesser, wenn es beim Anpirschen auf die flüchtigen Insekten auf scharfe kurze Schnitte ankam um das Gefüge im Pflanzengewirr und die Ruhe nicht zu stören, tat es gute Dienste (Abb. 3). Natürlich glitt seine Klinge auch durch unterschiedlichste Früchte, die den Feldforschern im Gelände so manche Pause versüßten (Abb. 4). Mit Hilfe großer  zeltförmige Insektenfallen wurde eine vielzahl fliegender Insekten gefangen (Abb. 5). Die wissenschaftliche Auswertung alles gesammelten Materials wird in der Heimat erfolgen (Abb. 7). Vor Ort aber verband alle Teilnehmer nur die leidenschaftliche Hingabe zu einer gemeinsamen Geliebten, der erhabenen Natur des tropischen Regenwaldes, die einen Jeden einzeln und wunderbar beschenkt hat, die uns immer wieder erstaunen lässt und nie gefügig und auf ewig unergründlich bleiben wird (Abb. 6).

Mit Ab del Kerim, geschmiedet im Feuer der Leidenschaft, befanden wir uns in bester Gesellschaft, im Zauberwald von Panguana.

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Abb. 1: Bereits in Lima wurden Käferschnecken in der Brandung vom Felsen abgelöst


Abb. 2: Kerbtiere werden aus modrigem Holz herausgelöst


Abb. 3. Probenaufbereitung im Regenwaldlabor


Abb. 4: Süße Früchte halten die Stimmung der Feldforscher aufrecht

Abb. 5: Zeltförmige Inseketenfalle (Malaisefalle) wird im Regenwald aufgebaut

   

Abb. 6: Regenwald - überwältigende Schönheit


 







Abb. 7: Insektenproben werden am heimischen Küchentisch ausgewertet