Mongolei -  sechste Reise 2011 mit Detlef Ulrich

Abd el Kerim im mongolischen und russischen Altai

 Das Messer begleitete im August 2011 die Harz-Altai-Expedition in die Mongolei und nach Westsibirien. Für die üblichen Verrichtungen, wie steinhartes Brot schneiden oder Ziegenkeulen in Gulasch verwandeln, kam es täglich zum Einsatz (Abb. 1). Bei der Besteigung des höchsten Berges der Mongolei im Tavan Bogd Massiv, dem Khuiten Peak, wurde Abd del Kerim mit ins Höhenlager auf dem Potaniin-Gletscher genommen (Abb. 2 bis 4).

 Wer sich fragt, warum das Messer mit auf den Gletscher musste, dem sei die Lektüre des Schriftstellers Galsan Tschinag aus dem mongolischen Altai empfohlen. In der ausdrucksstarken Art der Tuva-Nomaden beschreibt Tschinag eine Geschichte um den Gijik, offensichtlich eine mongolische Variante des Yeti, der die Gletscher des Altai bewohnt. Eine Spezialität des Gijik ist der Raub von Menschenfrauen zwecks Genpoolauffrischung. Es stand zu befürchten, dass die Attraktivität unserer einheimischen Bergführerin Ganga auch dem Gijik zur Kenntnis kommen könnte. Abd el Kerim war zum Beispiel beim Eingraben der Zelte in den Firnschnee nützlich, könnte dem Gijik aber auch als Abschreckung gedient haben. Die Wirksamkeit dieser Maßnahme kann man daran abschätzen, dass sich der Gijik während der gesamten drei Tage auf dem Gletscher nicht hat blicken lassen. So konnten wir Ganga wieder wohlbehalten im Basislager abliefern bzw. sie uns.