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Meigen-Messer
gemeinsam mit Michael Hornburg und Stephan Gottwald zur Insel Hispaniola (Dominikanische Republik (Mai/Juni 2025) Ein Bericht von Michael Hornburg
Das Wilhelm Meigen Messer ist nach einem Entomologen
benannt. Und so war es für uns eine große Freude, dass es uns (Michael Hornburg
und Stephan Gottwald) auf einer entomologischen Reise im Mai/Juni 2025 zur
Insel Hispaniola begleitet hat. Die Reise hatte das Ziel die Buprestiden-Fauna
kennenzulernen und mal ein paar mehr Tiere der Arten zu finden und zu
beurteilen, die in den Museen nur immer als Einzeltiere und ohne genaue
Funddaten zu studieren sind. Sehr oft wurden in der Vergangenheit Arten
mehrfach beschrieben, da die jeweiligen Bearbeiter keinen guten Austausch
miteinander hatten, die Fangdaten ungenau waren und oft nur Einzelexemplare zur
Artbeschreibung vorlagen. Wir befinden uns heute in einer sehr privilegierten
Situation, umfangreiche Informationen und Kommunikation sind praktisch von
jedem Ort aus einfach abruf- und ausführbar.
Da wir nur zwei Wochen Zeit hatten, beschränkten wir uns auf
die im Süden gelegene Pedernales-Halbinsel, nahe der Grenzregion der
Dominikanischen Republik und Haiti. Hier befindet sich südlich des
Zentralgebirges und der Sierra de Bahoruco ein riesiges Gebiet karibischen
Trockenwaldes und der Nationalpark Jaragua. Es könnte der größte
zusammenhängende Trockenwald der Antillen sein. Das Gelände ist sehr
anspruchsvoll, weitestgehend unzugänglich und gefährlich. Der Grund besteht aus
Karstgestein, das unterirdisch von Wasseradern durchzogen ist, die an einigen
Stellen als Cenotes die Oberfläche durchbrechen. Bewachsen ist das Gelände von einer
typischen Dornstrauchvegetation, verschiedene Akazien und Kakteen dominieren
die Szenerie. Die Insel beherbergt viele endemische Tier- und Pflanzenarten. Das
Bewegen im Gelände ist oft schwierig und verschleißt die Schuhsohlen in kurzer
Zeit. Aber was macht man nicht alles, wenn man von einer höheren Macht
getrieben ist und den karibischen Trockenwald trotz seiner Schroffheit liebt.
Es ist heiß, man schwitzt, hat Durst und verläuft sich schnell, überall lauert
Gefahr zu stürzen, gestochen zu werden, sich gefährliche Verletzungen
zuzuziehen, aber man nimmt es in Kauf, für die wunderbare Gelegenheit inmitten
dieser geheimnisvollen Landschaft zu sein, mit ihr zu verschmelzen und die Zeit
zu vergessen. Mensch und Material wurden an ihre Grenzen geführt … das
Meigen-Messer war in seinem Element!
Stillleben mit Haitianischer Baumschnecke. Das Meigen-Messer
liebt Rum und tropische Früchte.
S. Gottwald auf der Pirsch, rechts an einem der knorrigen
Meertrauben-Bäumen (Coccoloba uvifera), im Biotop der Polycesta (Buprestidae).
W.Meigen im Einsatz bei der Suche nach Larvengängen im Holz
und bei der Fütterung der Nashornleguane (Cyclura cornuta) mit Kokos.
Nur unter Schmerzen kann man dem wehrhaften Karibischen
Trockenwald einige seiner Geheimnisse entlocken.
M. Hornburg, wie er sich am wohlsten fühlt.
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